Wo dürfen Carports gebaut werden?

Um den Wert seines Fahrzeuges zu erhalten, kann ein Carport eine preiswerte Alternative zur Garage sein. Doch vor dem Kauf sollten einige Dinge bedacht werden. Denn der Aufbau eines Carports ist nicht überall erlaubt.

Welche Bedingungen Sie beachten müssen, erfahren Sie auf dieser Internetseite.

 

Die Richtlinien für die Carport-Baugenehmigung

Grundsätzlich wird eine Baugenehmigung benötigt, wenn Sie in Deutschland eine bauliche Maßnahme vornehmen möchten. Darin werden individuell von den Kommunen die Vorschriften und Regelungen für alle Neu- und Umbauten in einem Bebauungsplan festgelegt. Dieser beinhaltet den vorgesehenen Standort für Stellplätze sowie die erlaubte Dachneigung beziehungsweise die Eindeckungsmaterialien.
In fast allen Bundesländern greift jedoch eine sogenannte Verfahrensfreiheit, welche den Bau eines Carports auch ohne Baugenehmigung erlaubt. Dafür müssen aber bestimmte Bedingungen erfüllt werden:

  1. Die jeweiligen vom Bundesland festgelegten Abstände zum eigenen und Nachbargrundstück sowie die Abstandsflächen müssen eingehalten werden.
  2. Die Wandhöhen und die Brandschutzvorschriften müssen berücksichtigt wurden.
  3. Die eventuellen Denkmalschutz- und die Umweltschutzregelungen müssen geachtet werden.

Da in allen Bundesländern verschiedene Sonderregelungen für den freien Bau von Garagen und Carports gelten, sollten Sie sich beim zuständigen Bauamt vor der Errichtung nach dem in Ihrem Wohnort geltenden Bestimmungen erkundigen.

 

Der verfahrensfreie Bau eines Carports

Je nach Bundesland greifen hier unterschiedliche Bestimmungen. In der Regel ist der Bau von Garagen und Carports als selbständige Anlagen für alle Arten von Kraftfahrzeugen immer dann genehmigungsfrei, wenn die mittlere Wandhöhe bis zu 3 m beträgt sowie einer Grundfläche von 30 beziehungsweise 50 m² nicht überschreitet, wobei der Außenbereich nicht mitzählt.

Einzige Ausnahme bildet momentan noch das Bundesland Nordrhein-Westfalen, in dem in jedem Fall eine Baugenehmigung für den Bau eines Carports gesetzlich vorgeschrieben ist. Dabei spielt es keine Rolle, wie groß oder wie weit entfernt vom Nachbargrundstück der Aufbau geplant ist. Da die jeweiligen Regelungen Länder- und Gemeindesache ist, ändern sich die Richtlinien je nach Standort und gelten daher grundsätzlich nicht überall gleich.

 

Das Nachbarrecht

Neben dem Bauantrag oder den kommunalen oder landesrechtlichen Vorschriften müssen Sie auch das Recht des Nachbarn beachten. Denn auch dieser hat Rechte, die in der Verordnung über die bauliche Nutzung von Grundstücken festgelegt wurden. Wenn der geplante Carport bei einem grenznahen Bauvorhaben eine Länge von 9 m beziehungsweise die maximal Höhe von 3 m überschreitet, wird zumindest eine schriftliche Genehmigung des Eigentümers der betroffenen Nachbargrundstücke benötigt.

In manchen Bundesländern genügt jedoch ein formloses Schreiben nicht aus. Das Bauamt kann, je nach Wohnlage, auch eine beurkundete und im Baulastenverzeichnis eingetragene Genehmigung verlangen. Die jeweilig geltenden Bestimmungen zur Grenzbebauung erfahren Sie in der Landesbauordnung oder bei Ihrem zuständigen Bauamt.

 

Fazit

Der Bau eines Carports kann genehmigungsfrei sein, wenn bestimmte Bedingungen zum Aufstellungsort eingehalten werden. Denn nicht überall darf, auch auf einem privaten Grundstück, ein Carport errichtet werden. Die jeweiligen Bestimmungen regelt das Bauamt. Dort erfahren Sie, auf was Sie beim Aufbau eines Carports achten müssen und welche Unterlagen Sie im Falle einer Baugenehmigung vorlegen müssen.